Jonathan Bixby und Mike Edwards gründeten Argo Blockchain Ende 2017 mit dem Ziel, Bitcoin-Mining für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen. Die ursprüngliche Idee war ein sogenanntes Mining-as-a-Service-Modell: Nutzer konnten über eine App Mining-Pakete kaufen, ohne selbst Hardware betreiben zu müssen. Im August 2018 folgte das Debüt an der Londoner Börse (LSE) unter dem Kürzel ARB, das Unternehmen sammelte dabei rund 25 Millionen Pfund ein und war beim Börsengang mit etwa 47 Millionen Pfund bewertet. Der Londoner Börsengang machte Argo zu einem der ersten börsennotierten Blockchain-Unternehmen auf dem LSE Main Market.
Im Laufe der Zeit verlagerte Argo den Fokus vom Endkundengeschäft hin zum institutionellen Eigenbetrieb großer Mining-Anlagen. Statt Abonnements zu verkaufen, investierte das Unternehmen in eigene Rechenkapazitäten in Quebec und später in Texas. 2021 erwarb Argo das Unternehmen DPN LLC mitsamt dem Gelände für sein Vorzeigeprojekt Helios in Dickens County, Texas, eine Anlage mit bis zu 180 Megawatt Kapazität. Noch im selben Jahr wurde Argo nach eigenen Angaben das erste Bitcoin-Mining-Unternehmen weltweit, das sich als klimapositiv zertifizieren ließ. Das Unternehmen unterzeichnete außerdem das Crypto Climate Accord.
Heute betreibt Argo Anlagen in Quebec, Kanada, sowie in Tennessee und betreibt den Betrieb ausschließlich im Bitcoin-Mining. Der Hauptsitz liegt in London, die operativen Teams sind in Nordamerika angesiedelt.
Peter Wall, der als Co-Gründer gilt und das Unternehmen von 2018 an als CEO führte, prägte Argo über Jahre hinweg maßgeblich. Unter seiner Führung fand sowohl der Londoner Börsengang als auch der Nasdaq-IPO 2021 statt. Nach dem Verkauf des Helios-Geländes an Galaxy Digital Ende 2022 übernahm Thomas Chippas für eine Übergangsphase die CEO-Rolle.
Seit März 2025 leitet Justin Nolan das Unternehmen als CEO und Director. Nolan war zuvor Chief Growth Officer bei Argo und hatte maßgeblichen Anteil am Aufbau des Helios-Projekts. Zwischenzeitlich war er als CEO bei Arkon Energy tätig, bevor er zu Argo zurückkehrte. Als CFO fungiert Charlotte Proctor-Worrall, als Chief Strategy Officer Sebastien Chalus. Den Aufsichtsratsvorsitz hält Matthew Shaw als Chairman.
Bitcoin-Mining ist ein energieintensives Geschäft: Spezialcomputer, sogenannte ASICs, konkurrieren rund um die Uhr darum, neue Blöcke zur Bitcoin-Blockchain hinzuzufügen und dabei Mining-Prämien zu verdienen. Die Wirtschaftlichkeit hängt von drei Faktoren ab: dem Bitcoin-Preis, den Energiekosten und der sogenannten Netzwerk-Hashrate, also der gesamten Rechenleistung aller Miner weltweit. Alle vier Jahre halbiert ein sogenanntes Bitcoin-Halving die Prämie pro Block, was die Margen unter Druck setzt und ineffiziente Miner aus dem Markt drängt.
Die Branche ist von einigen wenigen US-amerikanischen Großanbietern geprägt. Marathon Digital Holdings und Riot Platforms gehören zu den kapitalstärksten und kapazitätsstärksten Playern mit Hashrates im hohen zweistelligen Exahash-Bereich. Argo bewegt sich mit einer Kapazität von rund 2,7 Exahash pro Sekunde im mittleren Segment und ist damit deutlich kleiner als die amerikanischen Wettbewerber. Gleichzeitig unterscheidet sich Argo durch seine dual-gelistete Struktur an LSE und Nasdaq sowie durch seinen Fokus auf erneuerbare Energien, was bei institutionellen Investoren zunehmend eine Rolle spielt.
Der Nachhaltigkeitsdruck auf die Bitcoin-Mining-Branche wächst. Regulatoren, Investoren und die Öffentlichkeit fordern mehr Transparenz beim Energiemix. Miner, die auf Wasserkraft, Wind- oder Solarstrom setzen, dürften langfristig einen Vorteil bei der Finanzierung und der öffentlichen Wahrnehmung haben. Argo hat diesen Trend früh erkannt und setzt in Quebec nahezu vollständig auf Wasserkraft.
Argos Geschäftsmodell ist geradlinig: Das Unternehmen betreibt spezialisierte Mining-Maschinen, vorwiegend Bitmain Antminer S19J Pro, und verdient Bitcoin als Belohnung für die Teilnahme am Bitcoin-Netzwerk. Diese gemindeten Bitcoin werden zum Teil gehalten und zum Teil für operative Kosten verkauft. Das Unternehmen fokussiert sich ausschließlich auf Bitcoin und hat den früheren Ansatz, auch andere Kryptowährungen zu minen, aufgegeben.
Die Anlagen befinden sich in Quebec, Kanada, wo Wasserkraft für günstige und saubere Energie sorgt, sowie in Tennessee, wo Argo Mining-Kapazitäten über einen Hosting-Vertrag mit Merkle Standard betreibt. Die Quebec-Anlage in Baie-Comeau ist seit dem Frühjahr 2021 in Betrieb und wird vollständig mit erneuerbarer Energie versorgt. In Texas befand sich das Vorzeigeprojekt Helios, das Argo Ende 2022 an Galaxy Digital verkaufte, seitdem aber als Hosting-Kunde nutzte. Nach dem Ende dieses Arrangements Ende 2024 sucht das Unternehmen neue Hosting-Kapazitäten für seinen verbleibenden Maschinenpark.
Die Einnahmen stammen nahezu ausschließlich aus dem Bitcoin-Mining, ergänzt durch gelegentliche Bitcoin-Verkäufe aus dem eigenen Bestand. Anders als einige Wettbewerber bietet Argo keine Cloud-Mining-Dienste oder Blockchain-Dienstleistungen für Dritte an.