Core & Main Aktie

Marktkapitalisierung

9.93 Mrd. $

KGV (P/E)

22.0

Gewinn/Aktie

$2.31

Dividende

-

52W Hoch / Tief

67,18 $ / 43,96 $

IPO-Typ

Carve-Out

Handelsstart

23.07.2021

Volumen

698 Mio. $

Emissionspreis

20,00 $

Seit Emission

+153.9%

Erstpreis

21,69 $

Seit Erstpreis

+134.2%

Aktueller Kurs

50,79 $

Overview

Die Geschichte von Core & Main reicht weit in das vergangene Jahrhundert zurück, doch das Unternehmen in seiner heutigen Form entstand erst 2017. Damals erwarb die Private-Equity-Gesellschaft Clayton, Dubilier & Rice (CD&R) die Waterworks-Sparte von HD Supply für rund 2,5 Milliarden Dollar und machte daraus ein eigenständiges Unternehmen. Unter dem Dach von HD Supply hatte die Waterworks-Division wiederum eine wechselvolle Eigentümergeschichte hinter sich: The Home Depot hatte 2005 National Waterworks übernommen und es mit Hughes Supply zur späteren HD Supply Waterworks zusammengeführt, bevor eine Gruppe von Private-Equity-Investoren den gesamten HD-Supply-Konzern 2007 von Home Depot kaufte. Der Name Core & Main wurde 2017 durch einen internen Ideenwettbewerb unter den Mitarbeitern gefunden und markiert den Beginn als unabhängige Gesellschaft.

Unter der Führung von CEO Steve LeClair, der die Waterworks-Division bereits seit Jahren kannte, setzte Core & Main auf eine Kombination aus organischem Wachstum und einer disziplinierten Akquisitionsstrategie. Ziel war es, den stark fragmentierten Markt für Wasserinfrastruktur-Produkte zu konsolidieren. In den Jahren nach der Ausgründung übernahm das Unternehmen zahlreiche kleinere regionale Distributoren, erweiterte sein Produktsortiment und baute sein Filialnetz systematisch aus. Bis zum Börsengang 2021 hatte sich Core & Main als klarer Marktführer in einem Segment positioniert, das lange Zeit von kleinen, lokal verwurzelten Händlern dominiert worden war.

Der Hauptsitz befindet sich in St. Louis, Missouri. Core & Main beschäftigt rund 5.700 Mitarbeiter an mehr als 370 Standorten und bedient über 60.000 Kunden in nahezu allen US-Bundesstaaten.

Management

Steve LeClair führte Core & Main seit der Ausgründung 2017 als CEO. Er hatte die Waterworks-Division bereits unter HD Supply geleitet und kannte das Geschäft aus dem Effeff. Unter seiner Führung wuchs das Unternehmen von einem Nischendistributor zu einem landesweit aufgestellten Marktführer. Im März 2025 wechselte LeClair in die Rolle des Executive Chair und bleibt Vorsitzender des Board of Directors.

Seit April 2025 leitet Mark Witkowski das Unternehmen als CEO. Witkowski stieß 2007 zu Core & Main und übernahm 2016 das Amt des CFO. Er begleitete den Börsengang 2021 und war maßgeblich an der Wachstumsstrategie der Folgejahre beteiligt. Als neue CFO folgt ihm Robyn Bradbury nach, die seit 2009 im Unternehmen ist und zuletzt die Investor-Relations-Funktion verantwortet hatte.

Finanzdaten
Branche

Core & Main ist im Markt für die spezialisierte Distribution von Wasserinfrastrukturprodukten tätig, den das Unternehmen selbst auf rund 39 Milliarden Dollar Volumen schätzt. Dieser Markt ist stark fragmentiert: Neben einigen großen Distributoren operieren Hunderte kleinere, regional tätige Händler. Core & Main hat in diesem Umfeld durch Akquisitionen kontinuierlich Marktanteile hinzugewonnen.

Der wichtigste direkte Wettbewerber ist Ferguson Enterprises, ein deutlich größerer Allround-Distributor für Gebäude- und Infrastrukturprodukte, der auch im Waterworks-Bereich aktiv ist. Daneben gibt es zahlreiche kleinere regionale Distributoren, die in einzelnen Bundesstaaten oder Produktkategorien mit Core & Main konkurrieren. Auf der Herstellerseite gehören Mueller Water Products und Xylem zu den wichtigen Lieferanten, von deren Produktverfügbarkeit und Preisgestaltung Core & Main abhängig ist.

Strukturell profitiert die Branche von mehreren langfristigen Treibern. Die Wasserinfrastruktur in den USA ist in vielen Teilen des Landes veraltet und muss umfangreich erneuert werden. Der Infrastructure Investment and Jobs Act, den die US-Regierung 2021 verabschiedete, stellt allein für Wasserinfrastruktur 55 Milliarden Dollar bereit. Gleichzeitig treiben der Trend zu Smart-Water-Metering und der steigende Bedarf an leistungsfähigen Entwässerungssystemen das Produktportfolio in margenstarke Segmente.

Produkte und Services

Core & Main vertreibt mehr als 225.000 Produkte aus vier Hauptkategorien. Den größten Anteil am Umsatz machen Rohre, Ventile und Verbindungsstücke aus, die 2024 etwa 67 Prozent der Erlöse ausmachten. Diese Kategorie bildet das Kerngeschäft und enthält sowohl großvolumige Standardprodukte als auch spezialisierte Hochmargen-Armaturen.

Die zweite Kategorie sind Produkte für die Regenwasserbewirtschaftung und Kanalisation, mit einem Umsatzanteil von rund 16 Prozent. Angesichts des wachsenden Drucks durch Extremwetterereignisse investieren Kommunen zunehmend in leistungsfähigere Entwässerungssysteme. Brandschutz macht etwa 8 Prozent des Umsatzes aus und umfasst Hydranten, Sprinklerarmaturen und verwandte Produkte. Das kleinste, aber am schnellsten wachsende Segment sind Smart-Water-Meter mit einem Anteil von rund 9 Prozent. Über die eigene Dienstleistungsplattform CORE+ Smart Utility Services unterstützt Core & Main Kommunen beim Wechsel von analogen auf digitale Wasserzähler, was ihnen Personalkosten spart und die Wasserverluste durch Leckageerkennung senkt.

Umsatz erzielt das Unternehmen ausschließlich im Distribution-Modell: Es kauft Produkte bei Herstellern ein und verkauft sie mit Aufschlag an Kommunen, private Wasserversorger und Bauunternehmen weiter. Rund 42 Prozent des Umsatzes stammen aus dem Kommunalbereich, 38 Prozent aus dem gewerblichen Bau und 20 Prozent aus dem Wohnungsbau.

Technische Analyse
Details zum IPO

Core & Main ging am 23. Juli 2021 unter dem Ticker CNM an der New York Stock Exchange an die Börse. Das Unternehmen emittierte 34.883.721 Aktien der Klasse A zum Emissionspreis von 20,00 Dollar je Aktie, was dem unteren Ende der anvisierten Preisspanne entsprach. Die Lead Underwriter des Börsengangs waren Goldman Sachs, Credit Suisse und J.P. Morgan. Im Zuge der vollständigen Ausübung der Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) über weitere 5.232.558 Aktien beliefen sich die Gesamterlöse auf rund 802 Millionen Dollar. Den Großteil der Erlöse nutzte das Unternehmen zur Rückzahlung bestehender Verbindlichkeiten aus der Leveraged-Buyout-Finanzierung durch CD&R.

Die Kapitalstruktur nach dem IPO war zweistufig: Core & Main emittierte Klasse-A-Aktien mit wirtschaftlicher Beteiligung für öffentliche Investoren sowie Klasse-B-Aktien ohne wirtschaftliche Rechte, die CD&R und dem Management gehalten wurden. Beide Aktienklassen hatten jeweils eine Stimme je Aktie. Diese Struktur ist typisch für sogenannte Up-C-IPOs, bei denen der Verkäufer zunächst weiterhin den wirtschaftlichen Kern des Unternehmens hält und die Beteiligung schrittweise in handelbare Aktien umtauscht. Nach dem Börsengang war CD&R noch der größte Einzelaktionär. Bis 2023 hatte der Private-Equity-Investor seinen Anteil durch mehrere Sekundärplatzierungen vollständig abgebaut.

Outlook

Core & Main verfolgt eine zweigleisige Wachstumsstrategie. Organisch setzt das Unternehmen auf die Erschließung unterversorgter Regionen, die Gewinnung neuer Kundengruppen und die Ausweitung margenstarker Produktkategorien wie Smart-Water-Meter und Stormwater-Systeme. Durch Akquisitionen konsolidiert Core & Main weiterhin einen Markt, der nach Einschätzung des Unternehmens noch immer stark fragmentiert ist. Die Übernahme von Canada Waterworks im September 2025 markierte dabei den ersten Schritt außerhalb der USA in den kanadischen Markt.

Strukturell ist das Geschäftsmodell durch den hohen Anteil an Reparatur- und Instandhaltungsaufträgen vergleichsweise konjunkturresistent. Kommunale Budgets reagieren weniger sensitiv auf Wirtschaftszyklen als der private Bau. Die größten Unsicherheitsfaktoren liegen in der Entwicklung der Rohstoffpreise, die sich direkt auf die Produktpreise und damit die Umsatzerlöse auswirken, sowie in der Geschwindigkeit, mit der Bundesgelder aus dem Infrastructure Investment and Jobs Act tatsächlich in Projekte fließen. Gleichzeitig bleibt die Frage, ob Core & Main seine Akquisitionsstrategie ohne deutliche Margenverwässerung fortsetzen kann.

Bewertungskriterien
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Marktführerposition in einem fragmentierten Nischenmarkt mit hohen lokalen Eintrittsbarrieren durch Netzwerk, Beziehungen und logistische Infrastruktur

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Strukturell nachfragestarkes Geschäft durch veraltete US-Wasserinfrastruktur und langfristige Bundesfinanzierung über den Infrastructure Investment and Jobs Act

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Wachsendes Hochmargensegment Smart-Water-Meter mit technologischem Alleinstellungsmerkmal über die CORE+ Plattform

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Bewährtes Akquisitionsmodell zur Marktkonsolidierung mit nachgewiesener Integrationskompetenz

Reines Distributionsgeschäft ohne eigene Produktion: Preisdruck von Lieferanten und Kunden begrenzt strukturell die Margen

Abhängigkeit von wenigen großen Lieferanten wie Mueller Water Products, deren Produktpreise die Umsatzentwicklung stark beeinflussen

Wachstum durch Akquisitionen birgt Integrationsrisiken und erhöht die Schuldenlast

Starkes Engagement eines Private-Equity-Investors (CD&R) beim IPO führte zu erheblichen Sekundärverkäufen in den Folgejahren, was Kursdruck erzeugte