Aman Narang, Steve Fredette und Jonathan Grimm kannten sich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei dem Softwareunternehmen Endeca in Cambridge, Massachusetts. 2011 gründeten sie Toast mit einer einfachen Beobachtung: Restaurants arbeiteten mit einem Flickenteppich aus Kassensystemen, Zahlungsterminals und Papierlisten, die nicht miteinander kommunizierten. Ihr erster Ansatz war eine Verbraucher-App für mobile Zahlungen und Treueprogramme. Schnell erkannten sie jedoch, dass das eigentliche Problem tiefer lag: Gastronomien fehlte eine integrierte Betriebssoftware.
Das Unternehmen schwenkte daraufhin auf eine Kassensoftware um, die auf Android-Hardware läuft und von Anfang an auf die speziellen Anforderungen von Restaurants ausgelegt war. Der Fokus auf eine einzige Branche unterschied Toast von generalistischen Anbietern wie Square. Toast investierte intensiv in Vertrieb und Kundenerfolg und baute ein enges Netz aus lokalen Außendienstteams auf, die Restaurants bei der Einrichtung begleiten. Bis zum Börsengang 2021 war daraus eine Plattform gewachsen, die Kassensystem, Zahlungsabwicklung, Online-Bestellung, Liefermanagement, Lohnbuchhaltung und Marketing unter einem Dach vereint.
Der Hauptsitz liegt in Boston, Massachusetts. Toast beschäftigt rund 6.500 Mitarbeiter und ist neben den USA in Irland, Indien und weiteren internationalen Märkten aktiv.
Seit Januar 2024 führt Aman Narang Toast als CEO. Narang war einer der drei Mitgründer und arbeitete von der ersten Stunde an im Unternehmen, zuletzt als Chief Operating Officer. Er hält einen Bachelor- und Masterabschluss in Informatik vom Massachusetts Institute of Technology und war vor Toast als Produktmanager bei Endeca tätig, wo er unter anderem die Mobile-Commerce-Plattform des Unternehmens aufbaute. Die Ernennung zum CEO folgte auf einen geordneten Nachfolgeprozess: Sein Vorgänger Chris Comparato, der Toast von 2015 bis Ende 2023 leitete und den Börsengang verantwortete, ist weiterhin im Board of Directors vertreten.
Mitgründer Steve Fredette ist als President und Board-Mitglied im Unternehmen aktiv. Jonathan Grimm, der dritte Mitgründer, verantwortet als Chief Technology Officer die technische Weiterentwicklung der Plattform. CFO ist Elena Gomez, die vor ihrer Tätigkeit bei Toast als CFO bei Zendesk arbeitete. Mark Hawkins, ehemaliger Präsident und CFO von Salesforce, übernahm mit Beginn 2024 den Vorsitz des Board of Directors.
Toast operiert im Markt für Restaurant-Technologie, einem Teilsegment des breiteren Marktes für Gastronomiesoftware und Zahlungsabwicklung. Schätzungen zufolge gibt es allein in den USA rund eine Million Gastronomiestandorte, Toast bedient davon knapp 160.000. Das Unternehmen selbst beziffert seinen adressierbaren Markt auf rund 1,4 Millionen potenzielle Standorte, wenn man Bars, Hotels und Food-Retail-Konzepte einbezieht.
Der Wettbewerb teilt sich grob in zwei Lager. Auf der einen Seite stehen ältere Softwareanbieter wie Oracle Micros und NCR Voyix, die vor allem größere Ketten und Systemgastronomie bedienen. Auf der anderen Seite konkurrieren jüngere cloudbasierte Anbieter wie Block (Square), Fiserv (Clover), Lightspeed und SpotOn vor allem um kleinere und mittelgroße Restaurantbetriebe. Toast positioniert sich bewusst als Spezialist für die Gastronomie und grenzt sich damit von Generalisten wie Square ab, die Händler aus verschiedensten Branchen ansprechen. Diese Fokussierung schlägt sich in einem branchenspezifischeren Produktangebot nieder, das von Tischreservierungen über Küchendisplays bis hin zur Lohnbuchhaltung reicht.
Zwei strukturelle Trends treiben die Branche: Die Digitalisierung der Gastronomie schreitet voran, und Restaurantbetreiber ersetzen ältere, lokal installierte Systeme zunehmend durch cloudbasierte Lösungen. Zudem bündeln Betreiber Anbieter, um weniger Schnittstellen verwalten zu müssen. Wer als Plattform mehrere Funktionen abdeckt, profitiert von höheren Wechselkosten und stärkerer Kundenbindung.
Toast verdient Geld auf drei Wegen. Den größten Anteil am Umsatz macht die Zahlungsabwicklung aus. Toast verarbeitet Kartentransaktionen für seine Restaurantkunden und behält einen Teil des Transaktionsvolumens als Gebühr ein. 2024 wickelte das Unternehmen ein Bruttozahlungsvolumen von rund 168 Milliarden Dollar ab. Das Modell ähnelt dem anderer Zahlungsdienstleister, hat aber den Vorteil, dass die Zahlungsdaten direkt mit der Betriebssoftware verknüpft sind.
Daneben verkauft Toast Softwareabonnements. Das Kernangebot umfasst das Kassensystem Toast POS, ein Küchendisplay, Online-Bestellung und Lieferintegration, Reservierungsmanagement, Kundenbindungsprogramme sowie Marketing-Tools. Ergänzend gibt es Module für Lohnbuchhaltung und Personalmanagement sowie xtraCHEF, ein Back-Office-Tool für Einkauf, Lagerverwaltung und Rezeptkalkulation. Je mehr Module ein Betreiber nutzt, desto höher der monatliche Abrechnungsbetrag und desto stärker die Plattformbindung. Der jährlich wiederkehrende Umsatz aus Abonnements und Zahlungsgebühren überstieg 2025 die Marke von 2 Milliarden Dollar.
Ein dritter Bereich ist Toast Capital: ein Kreditprogramm, über das Restaurantbetreiber kurzfristige Betriebskredite aufnehmen können, die direkt über künftige Umsätze zurückgezahlt werden. Toast Capital vergab 2024 Kredite im Gesamtvolumen von über 1 Milliarde Dollar. Dazu kommen Einnahmen aus dem Verkauf von Restaurant-Hardware wie Kassen-Terminals, Kartenterminals und Küchendruckern, wobei Toast bei Hardware strukturell niedrigere Margen erzielt als bei Software und Zahlungen.